Traumberuf Pilot? Wo starte ich?

Aktualisiert: Jan 21

Hallo und ein herzliches Willkommen nochmal, diesmal zu meinem zweiten Blogeintrag!


Es tut mir leid, aber das Blogschreiben ist mir noch nicht so geläufig, auch der Fakt, dass hier eine Internetseite von mir im Umlauf ist.

Genug gejammert. Wie ich überhaupt hierzu gekommen bin, wisst ihr ja schon. Aber wie bin ich eigentlich von meiner Couch daheim in die Fliegerei gekommen und wie kannst du das auch schaffen?



Der Entschluss war also gefasst, ich wollte probieren Pilot zu werden! Ich weiß, das hört sich überhaupt nicht nach Kindheitstraumallüren und Traumjob an und genau das war es bei mir eigentlich ja auch nie. Es war eine Idee, die sich ganz gut anhörte. Dennoch habe ich mich natürlich schlau gemacht und es kristallisierten sich dabei drei Möglichkeiten heraus (bitte korrigier mich, wenn es noch mehrere gibt).




Nummer 1 und mein größter Favorit bis heute: Alle Luftfahrtgesellschaften abklappern, die eine Ausbildung mit Übernahme anbieten. Im Deutschsprachigen Raum waren es zu meiner Zeit noch sehr viele, doch wurde das Angebot bis heute drastisch gekürzt. Gute Möglichkeiten sind aber immer noch gegeben. European Flight Academy für Lufthansa, Austrian, Eurowings, die eigene Schule der Swiss unter dem Dachverband der EFA, aber auch Condor bietet Ausbildungen an. Hier bitte noch einmal selbst das Internet durchsuchen! Es ist meist so, dass die Airline den Großteil der Ausbildung bezahlt, aber ein Selbstanteil als Kredit auf dich abgewälzt wird. Diesen muss man erst mit dem ersten Gehalt zurückbezahlen und wenn man auch einen Job bei der Firma, wie versprochen, bekommen hat!


Nummer 2 war für mich damals eine Ausbildung bei der Bundeswehr. Dort kann man sich als Offizier verpflichten lassen und bekommt hier wirklich alles bezahlt. Dafür musst du aber (damals) mindestens 14 Jahre bei der Bundeswehr bleiben und du musst dich wie jeder andere nach deiner Karriere auf dem freien Markt bewerben.


Nummer 3 ist die private Ausbildung. Sollte all das zuvor nicht geklappt haben und es immer noch der größte Wunsch sein Pilot zu werden, ist es eine der letzten Möglichkeiten die Ausbildung privat zu machen. Hier bitte genaustens vergleichen, denn es gibt tausende Flugschulen auf dem Markt. Die Jobgarantie, die manche Flugschulen versprechen, ist sehr verlockend, aber meist nicht wahr. Hier trägst du natürlich die gesamten Kosten an der Ausbildung, hast dadurch keinen Druck, das Ganze in einer gewissen Anzahl von Flugstunden zu schaffen, musst es aber finanzieren können. Danach heißt es für dich; ab in den Kampf um einen der begehrten Pilotenjobs.


Eine gute Alternative, die nichts mit selbst fliegen zu tun hat, aber mit der Fliegerei, ist die eines Fluglotsen. Definitiv eine Überlegung wert. Die Deutsche Flugsicherung sucht händeringend Personal und hier entstehen keinerlei Kosten für dich. Du erhältst sogar von Tag Eins an ein Gehalt.


Alles in allem gibt es so viele Möglichkeiten seinen Traum zu verwirklichen. Das Ausland ist natürlich auch immer eine gute Option und man sollte sich dort zusätzlich umschauen. Sich erkundigen ist also das A und O. Genauso sich klarmachen bei welcher Airline man sich mit welchem Schein bewerben kann oder auch welches Auswahlverfahren gleichzeitig ein anderes Auswahlverfahren abdeckt und man sich zwischen ihnen entscheiden muss.

Erkundigt euch auch über die genauen Voraussetzungen. Besonders Luftfahrtunternehmen wünschen sich ein Abitur oder einen gleichwertigen Abschluss. Die Größe spielt auch eine Rolle, die Staatsangehörigkeit und vieles mehr. Einfach am besten auf der Webseite der jeweiligen Flugschule nachschauen!


Solltet ihr den formellen Anforderungen genügen, dann heißt es ran an die Bewerbung!

Die hatte ich meiner Meinung nach damals tatsächlich etwas versäumt und nicht den frühest möglichen Zeitpunkt gewählt, sondern erst einmal auf mein Abitur gewartet. Aber damals wusste ich es auch nicht besser. Hier kann ich allerdings vorab schon einmal empfehlen, dass ihr euch so früh wie möglich bewerben solltet und das ist meistens schon mit dem Zeugnis der 12ten Klasse bei G13 oder eben mit dem Zeugnis der 11ten Klasse bei G12.

Solltest du älter sein, möchte ich dich mit dieser Aussage jetzt nicht davon abbringen dich zu bewerben. Doch sollte es euer Traum schon während der Schulzeit sein und ihr seid euch sicher direkt nach der Schule die Ausbildung starten zu wollen, dann bewerbt euch zum frühest möglichen Zeitpunkt.


Klar ist: manchmal kann es sein, dass du noch andere Pläne nach deinem Abitur hast, bevor du eine Ausbildung ohne Einkommen machen möchtest, wie z.B. ins Ausland reisen, zu studieren oder sogar eine andere Ausbildung zu machen. Dies kann eine Geldfrage sein, sowie auch steuerliche Vorteile mit sich bringen, denn Erstausbildungen ohne Bezug zum Beruf sind im Moment noch nicht als Werbungskosten absetzbar. Manchen kommt es sogar erst später in den Sinn, vielleicht den Kindheitstraum oder den neu entstehenden Traumberuf des Piloten zu realisieren.


Hier möchte ich nur kurz sagen, es ist nie zu spät seinen Traum zu realisieren, doch wird es natürlich nicht einfacher. Solltet Ihr euch bei einer Airline für ein Ab Initio Programm bewerben wollen, gilt dort meist ein Höchstalter, das spätestens zur Bewerbung sein sollte. Anders sieht es natürlich bei einer privat finanzierten Ausbildung aus. Die könntet ihr quasi mit jedem Alter starten.


Wieder zurück zur Bewerbung. Viele Fragen mich immer nach den Abiturnoten oder den Leistungskursen die man belegen sollte.

Da kann ich nur sagen: Macht euch keinen Kopf, es wird normalerweise jeder eingeladen, denn eure Noten oder eure Auswahl an Kursen sagt nichts darüber aus, wie geeignet ihr am Ende für den Pilotenjob seid. Dennoch solltet ihr motiviert genug sein und auf ein gutes Abitur lernen. Das ist und bleibt eine gute Grundvoraussetzung!


Also erster Schritt zum Traumberuf ist immer noch: Bewerben!


Tut es einfach, denn verlieren kann man mit dem Versuch nichts und glaubt mir, es ist viel schlimmer sich nach Jahren zu fragen, ob man genommen worden wäre!


Danke fürs Lesen. Kommentare sind gern gesehen! Weiter geht es das nächste Mal mit meinem Auswahlverfahren bei einer deutschen Airline!


Liebe Grüße

Eva

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