Eine Entstehungsgeschichte

Aktualisiert: Jan 21

Ein herzliches Willkommen an Bord, cool dass du mit dabei bist und mich hier gefunden hast, auf meiner "unglaublich, aber wahr" eigenen Webseite mit Blog und hoffentlich bald vielem mehr.



Schon verrückt, denn über so etwas hatte ich vor knapp einem Jahr noch überhaupt nicht nachgedacht, sondern sogar alle derartigen Vorschläge belächelt.

Aber nachdem mich eine Flugbegleiterkollegin bei einer regnerischen Bilbao Übernachtung direkt angesprochen hat und meinte, dass es wenige weibliche Piloten auf Instagram gibt und erst recht wenige, die ihren Beruf realitätsnah darstellen und auch Dinge zum Pilotensein erklären, genau da machte es KLICK bei mir und ich habe begonnen mich mit der Thematik auseinanderzusetzen und meinen MINI Instagram Account umzukrempeln.

Klar war mir schon von Vornherein, dass ich meinen Namen niemals ändern werde, um zu einer Pilotin.Ruebe oder Flying.Ev oder Sonstigem zu werden. Ich wollte meinem Namen treu bleiben, denn schließlich kommt doch aus der Rübe die Kraft zu solch einem Account und ja, auch mein Nachname beinhaltet die Rübe.



Schnell habe ich die schlechtesten Bilder und auch erstmal alles Private gelöscht und dann auch erstmal leider schlecht weitergemacht. Ich war überhaupt kein guter Fotograf zu diesem Zeitpunkt, möchte aber auch nicht behaupten, dass ich es heute bin. Ich wollte mich aus dem Privaten auch erstmal raushalten und nur über das Fliegen dokumentieren. Meine Bilder bezogen sich auf einige Instrumente zu denen ich alles auf verständliche Weise zu erklären versuchte. Aber die Nachfrage nach der Person, besonders der Weiblichen, war sehr gefragt. Also kam das erste Bild auch irgendwann von mir. Viele schlechte Bilder und aber vielleicht garnicht so schlechte Erklärungen folgten, bis ich auch endlich die Stories für mich entdeckte und dort auch direkt ganz viele Fragen beantworten konnte. Aus diesem Projekt wurde schließlich mein Hobby Nummer 1 auf all meinen Layovers. Denn genau dort hatte ich am meisten Zeit. Zuhause wollte ich schließlich immer noch die Zeit genießen, die ich daheim verbringen darf und greife dort eher wenig zu meinem Smartphone und Tablet. Diese Zeit ist sehr kostbar, das merke ich bei jeder Abwesenheit von Zuhause, Freunden, Familie und echten Hobbys.


Dieser erste Blog Eintrag wurde natürlich auch in einem meiner Layover geschrieben. Ich sitze genau in diesem Moment in einem schicken Café in Kiew (Blur Coffee), genieße einen richtig guten Cappuccino und schreibe.




Auf meinem Instagram Account brauche ich hier wohl nicht mehr verweisen, denn was ich dort zu Bildern versucht habe zu erklären, soll hier noch ausführlicher passieren. Denn all die Fragen auf meinem Account @ruebenkraft wurden immer mehr und verflüchtigten sich so schnell, dass ich sie hier sammeln möchte. Daher freue ich mich umso mehr, dass du hierher gefunden hast und dich noch mehr für meine Arbeit interessierst.




Mein Name ist Eva Rüble und ja!!! genau daher kommt auch meine Idee zum ökologischen Fliegen mit Rübenkraft.


Ich bin geboren und auch großgeworden im Südwesten Deutschlands, genauer gesagt im schönen Badnerland. Dort habe ich vor knapp 10 Jahren mein allgemeines Abitur gemacht und mich direkt mit dem Abiturzeugnis bei einer großen deutschen Airline zur Ab Initio Ausbildung als Flugzeugführerin beworben. Über dieses Bewerbungsverfahren geht es dann in einem meiner nächsten Blogbeiträge. Heute nur ein kleines Intro:


Da die Auswahlverfahren und die Zeit zwischen den einzelnen Stufen des Assessment Centers gefühlte Ewigkeiten brauchten, habe ich es nach dem Abitur tatsächlich noch geschafft zwei Semester an der Universität in Karlsruhe, heute KIT, zu verbringen. Dort hatte ich mein Lieblingsfach in der Schule verfolgt und das war, "wie bei allen angehenden Piloten ;-)": Mathematik. Nein, keine Angst, viele haben mit Mathematik kaum etwas am Hut! Kurzes Fazit noch zu meinem Studium: ziemlich trocken und unattraktiv, voll mit Nerds und überhaupt keine Verwandtschaft zum geliebten Schulmathe. Vermutlich hätte ich das Studienfach auch niemals zu Ende studiert, wäre ich nicht erlöst worden und nach einem langen Auswahlprozess ein Jahr nach meinem Abitur endlich an die Flugschule gewechselt.

Wie ihr es also schon erkennen konntet, wurde ich tatsächlich schon nach meinem ersten Auswahlverfahren an der Flugschule angenommen, ausgebildet und auch als Erster Offizier nach ca. 4 Jahren mit verschiedenen Wartezeiten hier und da übernommen.

Ohja; Wartezeiten, davon kann der ein oder andere ein Lied singen:


Kurz hierzu, es hatte sich zwischendurch ein Stau gebildet, da an der Flugschule ein neues Flugzeugmodell eingeführt wurde. Eine tolle moderene Citation! Und die war dann auch erst mal nur für die Ausbilder zum Trainieren da. So bildete sich gut ein Jahr Wartezeit. Danach musste ich genauso auf eine Festanstellung als Erster Offizier warten, da die Airline bei der ich die Ausbildung gemacht habe, gerade keinen Bedarf an Neuzugängen hatte. Also hatte ich viel Zeit für andere Dinge, war teilweise bei der Deutschen Flugsicherung in Karlsruhe und habe dort bei der Ausbildung der Fluglotsen mitgewirkt, indem ich einen bzw. mehrere Piloten zu Trainingszwecken simuliert habe. Dann war ich noch etwas Reisen in Kanada und habe mich auch nicht davor gescheut ein paar Monate am Band auszuhelfen. Schließlich brauchte ich das Geld zum Reisen.


Aber jetzt, Stand heute, fliege ich schon seit knapp 6 Jahren auf der A320 Familie, das ist ein Kurz- und Mittelstreckenflugzeug mit bis zu 200 Passagieren je nach Ausführung (dazu mehr in weiteren Blog Artikeln). Und da ich erst vor einigen Tagen mein erstes Flugbuch komplett voll geschrieben habe, weiß ich auch ganz genau, dass ich eine Erfahrung von 3132 Stunden und 34 Minuten auf diesem Modell habe. Hinzu kommen 760 selbst ausgeführte Landungen bei Tageslicht und nochmal 260 Landungen in der Nacht. Im Full Flight Simulator habe ich bis dato ganze 232 Stunden verbracht.



Ich habe ca. vor einem halben Jahr damit begonnen bei Instagram das Pilotenleben und den A320 euch etwas näher zu bringen. Irgendwann habe ich auch noch zusätzlich die Nische entdeckt direkt Frauen auf das Pilot werden aufmerksam zu machen. Denn davon gibt es einfach immer noch viel zu Wenige! Aber keine Sorge: Solltest du keine Frau sein, bist du trotzdem herzlich willkommen hier an Bord, denn es wird hier um alle Themen rund ums Fliegen gehen, die sowohl dich als Frau, aber auch als Mann interessieren könnte.

Deine Fragen zur Fliegerei werde ich so gut es geht hier beantworten!


Erste Frage vorab: Wieso habe ich mich dazu entschieden Pilotin zu werden? Wie kam ich auf die Idee oder überhaupt das Interesse an der Fliegerei?

Eine Frage, bei der ich mich echt schwer tue und sie schwer beantworten kann, da ich es mir selbst nicht mehr richtig erklären kann, woher die Idee überhaupt nur stammte. Schließlich gab es niemanden in meinem familiären oder bekannten Umfeld, der oder die auch nur irgendwas mit der Fliegerei zu tun hatte.

Der Vorschlag an sich muss von meinem Papa gewesen sein, denn er hatte einst als Kind selbst davon geträumt später Pilot zu werden.

Das hat er aber leider nie versucht und wie es damals so war einen bodenständigen Weg eingeschlagen und wurde dann ganz einfach Bänker!

Wie es halt so ist, wenn man sich für einen Fußgänger Beruf entscheidet. :-D

Also war vermutlich mein Papa die Quelle der Idee, aber wie wurde diese Idee letztendlich zum Wunsch?



Als Kind habe ich in selbstkreierten Fantasiewelten gelebt. Dort war ich mal ein Ritter, ein Astronaut oder eben auch mal der Pilot. Und genau das schien mir wohl am Erreichbarsten zu sein, hinzukommend das Gefühl etwas besonderes zu machen, die Sonne jeden Tag zu sehen, nicht im Büro sitzen zu müssen, viele verschiedene Kollegen kennenzulernen und natürlich auch tolle unbekannte Orte zu entdecken. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es mir generell gefiel eine Uniform zu tragen, strahlt ja auch etwas mehr Respekt aus und finde ich heute natürlich auch noch super, um einfach keine Zeit vor dem Kleiderschrank verschwenden zu müssen. Dabei war es mir damals sogar egal vielleicht eine grüne Uniform der Bundeswehr zu tragen. Aber das wirklich nur falls mir die vielen Möglichkeiten der zivilen Luftfahrt verwehrt blieben.


Ich hatte aber Glück und wurde vor einer strengen Bundeswehrlaufbahn verschont, wurde nach dem ersten Auswahlverfahren genommen und durfte dann tatsächlich bei einer deutschen Airline meine Ausbildung starten. Das mit den vielen Flugbegleiterinnen hat sich leider nicht bewahrheitet, zumindest nicht bei mir. Bei meinen männlichen Kollegen sieht es da womöglich anders aus. ;)


So, das soll es erstmal in aller Kürze zu mir gewesen sein. Ich hoffe du hast einen kleinen Vorgeschmack auf Zukünftiges bekommen und bist auch das nächste Mal wieder an Bord!


Vielen Dank, dass du dich heute für Ruebenkraft entschieden hast und bis zum nächsten Mal wünsche ich always happy landings.



Danke

Eva



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